Dramaturgie

Dramaturgisches Arbeiten ist sicher die konsequenteste und strengste Herangehensweise an einen künstlerischen Prozess. So ist man als kreativer Individualist leicht geneigt, darauf verzichten zu wollen. Und doch stellt uns die Dramaturgie ein über Jahrhunderte bewährtes und in der Praxis bis in die Gegenwart hinein immer wieder getestetes Handwerkszeug und geeichte Gradmesser zur Verfügung. Für mich ist es ein Hochgenuss, einen dramaturgisch gut gebauten Film zu erleben – sowohl im Spielfilm- als auch im Dokumentarbereich.


Aus eigener Erfahrung als Autor und Regisseur weiß ich, wie tief man sich auf dem Weg zu seiner Geschichte im eigenen Dschungel oder in den anregenden Welten anderer verlieren kann, wie verwunschen, aber auch störanfällig kreative Prozesse sind. Die Dramaturgie gibt einen verlässlichen Kompass, eine klar strukturierte Karte und ein Wegebuch voller Erfahrungen in die Hand und an die Füße festes Schuhwerk, das durch jedes Dickicht, jeden Sumpf trägt und die empfindsame Haut vor Verletzungen schützt.


Ich sehe mich als Dramaturgin im Dienst eines schöpferischen Prozesses, dessen Meister ein anderer Künstler ist. Ich versuche, sein unbestechlicher Spiegel, sein konsequenter Parteigänger und versierter Mitarbeiter zu sein. Ich begleite Autoren und Regisseure, betreue sowohl Bucharbeit als auch Schnitt, stelle mein Handwerkszeug zur Verfügung, schätze künstlerische Auseinandersetzung und ziele immer auf ein authentisches, publikumswirksames Ergebnis.

 

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Zusammenarbeit mit Petra Seeger am Drehbuch "Vatersland" in Neu Nantrow